Baumwollstoffe: Sechs Fragen zum beliebtesten Kleidungsmaterial


Wir bieten in unserem ONLINESHOP viele wunderschöne Baumwollstoffe an. Zeit, mal einen genaueren Blick auf dieses MATERIAL zu werfen und die Hintergründe zu betrachten. Was ist BAUMWOLLE eigentlich, wie und wo wird sie angebaut und welche SCHNITTSTELLE zum Thema NACHHALTIGKEIT gibt es da? Wir beantworten sechs wichtige Fragen zum Thema Baumwollstoffe. 


Was ist Baumwolle eigentlich?


Baumwolle ist eine pflanzliche Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen wird. Gegenüber anderen Textilien hat Baumwolle viele Vor- aber auch einige Nachteile. Sie wurde erstmalig nachweislich vor rund 5000 Jahren domestiziert und macht heute etwa 40% aller Textilien aus. Etwa 75% der weltweit angebauten Baumwolle kommt aus dem globalen Süden.

Baumwollstoffe liegen sehr angenehm auf der Haut und stellen ein geringes Risiko für Allergiker dar. Wegen ihrer Strapazierfähigkeit eignen sich Baumwollstoffe besonders gut für Alltagskleidung. Im Gegensatz zu Synthetischen sind Baumwollstoffe weniger leicht entflammbar, sehr atmungsaktiv und saugstark.

 

Angefangen haben wir bei True Fabrics mit afrikanischen Wax Prints aus Baumwolle, mittlerweile könnt Ihr bei uns über 100 verschiedene Baumwollstoffe online kaufen, die aus unterschiedlichsten Teilen der Welt stammen.

Baumwollstoffe bei True Fabrics


Woher kommt Baumwolle und wie hat sie sich verbreitet?


Die Baumwollpflanze, von der es mindestens 20 verschiedene Arten gibt, wurde fast zeitgleich und vermutlich unabhängig in verschiedenen Regionen der Welt domestiziert. In Indien, dem arabischen Raum, in Mittelamerika bei den Maya sowie in den Anden bei den Inkas. Auch das südliche Afrika und der Südwesten Nordamerikas werden als mögliche Ursprünge der Baumwolle vermutet.

 

Der älteste Nachweis von Baumwolle stammt aus Indien und wurde auf 6000 v. Chr. datiert, hier ist allerdings nicht sicher, ob es sich bereits um domestizierte Baumwolle gehandelt hat. Aus Indien brachte sie später Alexander der Große ins heutige Griechenland mit. Außerdem verbreitete sie sich früh in Ägypten und dem nahen Osten.

 

Die Europäer lernten spät Baumwolle zu verarbeiten, erst durch die Erfindung von Maschinen, die viele Prozesse bei der Verarbeitung vereinfachten, verlor die Baumwolle in Europa ihren Status als Luxusgut. Augsburg war lange Zeit ein wichtiger Handelspunkt für Baumwollprodukte. Heute ist Baumwollstoff das beliebteste Material für Kleidung.

Frage: Welches Kleidungsmaterial tragen Sie gerne? (Quelle: Statista 2016)

Wie wird Baumwolle angebaut?


Die Baumwollpflanze ist eine einjährige Pflanze und wird teilweise abwechselnd mit anderen Nutzpflanzen angebaut, um den Boden zu schonen und so bessere Ernten zu erzielen. Die Pflanze ist nicht sehr anspruchsvoll bezüglich Nährstoffe, braucht aber relativ viel Wasser. Bei der Ernte können Maschinen eingesetzt werden, worunter allerdings die Qualität der Baumwolle leidet, da Maschinen auch unreife und überreife Fasern abernten. Von Hand geerntete Baumwolle ist qualitativ hochwertiger.

Leider kommen heutzutage beim Anbau von konventioneller Baumwolle sehr viel Kunstdünger und Pestizide zum Einsatz, was diese aus ökologischer Sicht zu einer weniger guten Wahl macht, als manch Einer vielleicht glauben mag. Einige Erntemaschinen können nur laubfreie Pflanzen ernten, weshalb teilweise chemische Entlaubungsmittel verwendet werden.

Aus welchen Schritte besteht die Lieferkette bis zur Klamotte?


Für diese Frage haben wir ein kurzes Video rausgesucht. Wir empfehlen aber, es ohne Ton zu schauen, der Produzent dieses Kurfilms scheint in einer sehr melancholischen Stimmung gewesen zu sein. Passt eher zu einem Drama.

Was zeichnet Bio Baumwollstoffe aus?


Im Gegensatz zur konventionellen Baumwolle werden beim Anbau von Bio-Baumwolle strenge Regeln in Bezug auf Chemikalien eingehalten. Bio darf sich nur nennen, was den Richtlinien des ökologischen Landbaus gerecht wird. So kommen in der Produktion von Bio-Baumwolle nur natürliche Dünger, wie Mist oder Kompost, zum Einsatz. Der Boden ist dadurch reicher an Humus und kann mehr Wasser und  CO2 speichern.

 

Darüber hinaus wird ein Feld, auf dem Bio-Baumwolle angebaut wird, meist nur jedes zweite Jahr für die Baumwollproduktion genutzt. Dazwischen werden andere Nutzpflanzen angebaut, um dem Boden nicht zu viele Nährstoffe zu entziehen.

 

Als Alternative zu den Pestiziden nutzen Bio-Bauern andere Pflanzen, die sie um die Baumwolle herum oder dazwischen setzen, um ihre Baumwollfelder vor Schädlingen zu schützen.

 

2012 kamen rund drei Viertel der weltweit produzierten Bio-Baumwolle aus Indien.

Was zeichnet Fairtrade Baumwollstoffe aus?


Da Baumwolle an der Börse gehandelt wird, konkurrieren die Kleinbauern in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit Produzenten aus aller Welt. In den Industrieländern wird die Baumwolle zusätzlich subventioniert, dadurch werden weltweit die Preise gedrückt, was besonders die Kleinbauern zu spüren bekommen.

Der faire Handel versucht gegen diese Umstände anzugehen und vor allem die Kleinbauern und ihre Familien, die vom Baumwollanbau abhängig sind, nachhaltig zu unterstützen. Faitrade bedeutet eine gerechte Bezahlung, garantierte Preise, bessere Arbeitsbedingungen und demokratische Organisation, keine ausbeuterische Kinderarbeit und umweltschonende Produktionsweisen. Das Fairtrade-Siegel bekommt ein Produkt nur, wenn die gesamte Produktionskette nachgewiesen werden kann und in jedem Produktionsschritt die Fairtrade-Standards eingehalten werden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anna Wüstner (Freitag, 10 November 2017 13:03)

    Hallo und danke für den tollen Blog und die tollen Tipps. Meine Freundin interessiert sich auch sehr für Stoffe und belegt auch Nähkurse. Damit eine geschneiderte Sache so fällt wie man es will, muss natürlich auch der richtige Stoff her und dazu braucht man wiederum Erfahrung. Sie kauft dabei immer sehr gerne und viel ein und probiert ganz viel aus.