Die Afrikanische Textilindustrie vor dem Kollaps


Die afrikanische Textilindustrie war lange Zeit ein wesentlicher Wirtschafts- und Entwicklungsmotor in vielen Staaten. Doch in den vergangenen 10 Jahren hat sich diese Situation dramatisch geändert. Verschiedene Faktoren zerstörten große Teile dieses Industriezweiges. Ob die immensen Mengen an europäischen Kleiderspenden oder das große Aufkommen asiatischer Imitate der afrikanischen Stoffe, die den Markt überschwemmen; das Resultat ist ein flächendeckender Rückbau von Produktionsstätten und Arbeitsplätzen der afrikanischen Textilindustrie. Durch unser unternehmerisches Engagement möchten wir dieser Entwicklung entgegenwirken. Das heißt für uns, den Bezug unserer Waren ausschließlich über afrikanische Produzenten zu organisieren. Diese Selbstverpflichtung ist Fundament unseres Unternehmens und spiegelt sich auch in unserem Namen wider. 

 

Doch wie eklatant das Problem asiatisch produzierter Stoffe ist, haben wir im Zuge unserer ersten Lieferung am eigenen Leib gespürt. Obwohl wir uns nach bestem Wissen und Gewissen darum bemüht haben, Stoffe aus afrikanischer Produktion zu kaufen und unsere Kleinhändler uns versicherten, die bezogenen Stoffe seien in der Elfenbeinküste produziert worden, deckte eine Google-Recherche nach Ankunft der Stoffe den Supergau auf. Die ersten 50 Stoffe wurden in China produziert. Wir wissen nicht, ob es unsere Kleinhändler selbst nicht besser wussten und die Stoffe tatsächlich über die Elfenbeinküste nach Tansania gekommen sind oder uns nur erzählt wurde, was wir „hören“ wollten. Fakt ist, dass unserer gesamten Idee der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. 

 

Ein schwerer Rückschlag. Wir haben lange überlegt, ob wir weiter machen sollten und ob wir es mit unserem Gewissen vereinbaren können. Doch nach einiger Bedenkzeit war klar, dass wir uns von diesem herben Rückschlag nicht entmutigen lassen. Auch wenn sich die eigentliche Idee mit den ersten 50 Stoffen nicht in ihrer ursprünglichen Konsequenz umsetzen lassen konnte, glaubten wir trotzdem an sie und wollten es weiter versuchen. Erfahrungen machen klug und aus Fehlern muss man lernen und das haben wir! Wir hoffen, dass unsere Kunden das große Ganze der Idee sehen, dass wir in einem Prozess stehen, der ungeahnte Schwierigkeiten mit sich bringt und dass es mehr Gründe gibt, weiterzumachen, als beim ersten Hindernis aufzuhören. True Fabrics, also „wahre Stoffe“, steht für den konsequenten Ausschluss von asiatischen Imitaten. Es hat zwei Anläufe gebraucht, diesen Namen zum Programm zu machen. Doch nun sind wir stolz, die afrikanische Herkunft garantieren zu können!

 

Gleichzeitig spielt der Name auf unsere Bemühungen an, alle Geschäftsaktivitäten mit der größtmöglichen Transparenz zu gestalten. Auch in einer Situation, die die gesamte Idee, das gesamte Geschäft gefährden kann. Wir wollen nichts verbergen, sondern die Menschen an unseren Erfahrungen teilhaben lassen, ob gut oder schlecht. Daher informieren wir hier und auf unserem Blog über die Geschehnisse, in der Hoffnung, Verständnis und Unterstützung zu erfahren.

Kampfs ums Überleben - das Beispiel Ghana


"Der Makola-Markt in Ghanas Hauptstadt Accra ist berühmt für seine wachsgefärbten traditionellen Stoffe. Ghana ist stolz auf seine Textilien: Farbenfrohe oft handgewebte afrikanische Stoffe. 30.000 arbeiteten lange in der eigenen Textilindustrie. Doch mittlerweile sind es nur noch knapp 3.000. Das traditionelle Gewerbe wird von Schmugglern und Fälschern bedroht." (Quelle: ARD-Mediathek/Youtube) 



Weitere Infos zum Thema findest du unter anderem in unserem Blogeintrag: Ein Problem - die afrikanische Textilindustrie vor dem Kollaps